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Die Orchidee unterhält eine regelrechte Großfamilie. Mit über 1000 Gattungen und vermutlich über Zehntausenden von Arten gehört sie zu den vielfältigsten Pflanzen, die wir kennen. Und ihre bevorzugten Lebensräume erstrecken sich über den gesamten Erdball. Aus diesem Grund gibt es nicht die Orchidee und eine entsprechende Herkunftsgeschichte – Orchideen sind fast unbegrenzt vielfältig! Am bekanntesten, größten und abwechslungsreichsten sind die tropischen Vertreter, die nicht einmal Erde brauchen, um zu gedeihen. Doch sogar auf den vorgelagerten Inseln des Südpols gedeihen dutzende dieser faszinierenden Gewächse. Dabei könnten die einzelnen „Familienmitglieder“ unterschiedlicher nicht sein. Einige bevorzugen feuchtes Klima, andere fühlen sich auf dem nackten Felsen wohl. Sogar die einzelnen Epiphyten, das sind jene, die es sich einfach auf anderen Bäumen „bequem“ machen, um mehr Licht zu bekommen, haben sich auf ihre jeweilige Wirtspflanze spezialisiert. Sie stecken ihre Wurzeln haltsuchend in Moose oder auch gleich in die knorrige Rinde der Bäume. Dabei schaden sie ihrem aber Wirt nicht, sie gelangen allein durch Niederschläge und Luftfeuchtigkeit an genügend Wasser. Die bekannte Gattung Phalaenopsis zum Beispiel wächst im gleichmäßig feucht-warmen Klima des tropischen Regenwaldes. Durch die enorme Vielfalt der Herkunftsorte von Orchideen lohnt es sich, die Vorlieben der eigenen Sorte zu kennen. Mehr dazu finden Sie im Kapitel „Pflege“. Die ersten Menschen, die sich mit Orchideen befassten, waren wohl die Chinesen vor etwa 2500 Jahren. In der Gartenkunst symbolisiert die Orchidee die Liebe und Schönheit. In einer Vase gruppiert stehen sie für Eintracht und Frieden. Auch in der Kultur der Azteken spielten die ausdrucksstarken Blumen eine Rolle als Kultpflanze und wurden in den Gärten als Heiligtümer angesehen. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts erlangte die Orchidee größere Aufmerksamkeit im Kontinentaleuropa. Die entstehenden Wissenschaften versuchten die einzelnen Arten zu klassifizieren und zu benennen. Zunächst konzentrierten sich die Orchideenliebhaber auf heimische Arten und versuchten sie zu kultivieren. Über die Niederlande begann dann der Siegeszug der tropischen Vertreter. Der Kolonialismus trug dazu bei, dass viele Arten eingeführt und Bestandteil großer Sammlungen wurden. Und sogar ihr Geschmack ist heute nicht mehr wegzudenken! Denn eine der wenigen Verwendungen als Nutzpflanze ist die der Vanillegewinnung von Vanilla planifolia, einer Orchideenart.